Word Bytes
Carolyne Lee hat den Begriff der word bytes geprägt: „I have termed such words and phrases, that hit their targets, ‘word bytes’, not because I want such words to conform to the information society, but because I want language — stylish, sharp, carefully–constructed — to do battle with the ‘decayed’ language usually dashed–off in this speeded up world (Hassan, 2003), to take it on even on its own terms, and to win.“ „The quality of our world is shaped by the quality of the words around us, including every word we write, type, or speak.“ [1]
Wie entsteht Sprache mit Stil, Schärfe und Sorgfalt? Erste Voraussetzung ist ein Text, der etwas zu sagen hat. Ein Text in persönlichem Ton, nicht in der oft üblichen betont neutralen dienstlichen Sprache. Wenn Sie dazu einige einfache Tricks auf der Wort- und Satz-Ebene beachten, entwickeln Sie word bytes. Damit transferieren Sie Wissen so, das es bei Ihren Lesern ankommt - „The quality of our world is shaped by the quality of the words around us, including every word we write, type, or speak.“ [1]
Hier einige Wort- und Satz-Tricks:
Wörter: Kurze Wörter sind kraftvolle Wörter; einsilbige Wörter bringen die größte Kraft in den Satz und sind außerdem sehr verständlich.
Substantive: Versteckt sich darin ein Verb, holen Sie es heraus, lassen Sie es seine Wirkung frei entfalten; vermeiden Sie zusammengesetzte Substantive.
Verben: Aktive, so genannte schwitzende Verben, die Tätigkeiten benennen (z.B. kaufen) oder einen Vorgang bezeichnen (z.B. wachsen), bewegen einen Text. Geteilte Verben sollten nicht zu weit auseinander stehen, damit der Leser sie noch erfassen kann. Besser – wenn möglich – keine geteilten Verben einsetzen.
Adjektive: Präzisieren das tragende Wort oder schränken es ein; ein Adjektiv wirkt oft mehr als zwei.
Satz: Lange Sätze ermüden und schrecken ab. Der sinnvolle Wechsel von langen und kurzen Sätzen belebt den Geist des Lesers.
Nebensatz: Ein guter Platz für Einzelheiten, die angehangen werden können mit Hilfe von „und zwar“, „besonders“, in der Absicht“,…
Diese Tipps sollen Sie aber nicht im Schreibfluss bremsen. Schreiben Sie zuerst hintereinanderweg, was Sie mitteilen möchten - in Ihrer Sprache. So entsteht der „Textrohling“, ein „unbehauener Stein, den Sie in vielen kleinen Schritten meißeln, schleifen, polieren oder – sollte er sich als zu glatt erweisen – aufkratzen müssen“. [2] Das Handwerkszeug dafür sind Wort- und Satz-Tricks. Das Ergebnis Ihrer Arbeit, der beste Lohn Ihrer Mühe – word bytes.
Quelle:
[1] „Wordlings in a Web 2.0 world“ von Carolyne Lee in „First Monday“ Volume 14, Number 2, 2 February 2009
[2] „Erfolgreich Texten“ von Doris Märtin, Voltmedia GmbH, Paderborn
„Deutsch!“ von Wolf Schneider, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reibek bei Hamburg 2007
Foto: Von tanya b aus SXC
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