Textbrücken
Manchmal gibt man sich viel Mühe sein Wissen weiterzugeben und wird doch nicht verstanden. Eine Textbrücke – eine Metapher – kann aus diesem Dilemma heraushelfen. Metapherein kommt aus dem Griechischen und bedeutet etwas von einem Ort zum anderen tragen. Wenn wir Metaphern in unseren Texten verwenden, aktivieren wir unsere Leser. Denn „eine Metapher bietet einen Pfad vom Verstehen von etwas Bekannten zu etwas Neuem, indem Elemente des Verstehens von dem bereits gemeisterten Subjekt auf die neue Domäne übertragen werden.“ [1]
Quasi sind Metaphern also Textbrücken, die es Lesern erlauben, darüber zu für sie unbekanntem Wissen zu spazieren. Auf zum Brückenbau!
Wie beim echten Brückenbau hilft Planung der Tragfähigkeit:
- Eine Metapher pro Text reicht meist schon aus. Man sollte sich also nicht von seiner eigenen Kreativität davontragen lassen.
- Außerdem sollten Sie die Metapher nicht überstrapazieren. Denn auch bei der besten Metapher kommt man an die Stelle, wo man das andere Ufer erreicht und sie nicht weiter benötigt.
- Wenn Sie die Metapher in einem sehr wichtigen Text verwenden, gibt ein kleiner Test mit einem Leser, die Sicherheit, das Ihre Brücke auch erkannt und genutzt wird.
- Und passt es zum Inhalt, hilft ein Bild, aus Ihrer Metapher eine starke Brücke zu machen.
„Metaphern können natürliche Gegenstände (z.B. Eisberg) oder künstliche, von Menschenhand geschaffene Gegenstände (z.B. Leiter), Aktivitäten (z.B. Klettern) oder Konzepte (z.B. Familie) sein.“ [1]
Aristoteles nannte Metaphern Erkenntnis-Werkzeuge. Prädestiniert also für den „Werkzeugkoffer“ des Verschriftlichens von Wissen. Für die sorgsame Nutzung, denn Metaphern sind auch starke Beeinflusser. “The metaphor is perhaps one of man’s most fruitful potentialities. Its efficacy verges on magic, and it seems a tool for creation which God forgot inside one of His creatures when He made him.”—Jos Ortega y Gasset [2]
Fortsetzung: Unser Team läuft wie ein gute geöltes Uhrwerk!
Quellen:
[1] „Visual representations in knowledge management: framework and cases“ von Martin J. Eppler, und Remo A. Burkhard in: Journal of Knowledge Management, Vol. 11, Nr. 4, 2007, Seiten 112 – 122.
„Wissenswege. Methoden für das persönliche Wissensmanagement“ von G. Reinmann, M. Eppler, Verlag Hans Huber, München, 2008
[2] „The Magic of Metaphor“ von Colleen Jones, UX matters, 20. Oktober 2008
Foto: Von poormanz auf SXC
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