Befruchtende Texte
Damit Sie Ihr Wissen nutzbringend verschriftlichen, muss Ihr Text nicht nur verständlich sein und die Eigenheiten seines Transport-Mediums (Mail, Datenbank,…) berücksichtigen, sondern vor allem Ihrer Zielgruppe Nutzen bringen. Dafür werfe ich heute mit Ihnen einen Blick auf die Verknüpfung von Wissen mit Handeln.
In einer gelungenen Wissen-Handeln-Beziehung wird Wissen für das Handeln geliefert und aus Handeln danach wieder Wissen gewonnen. Eine gelungene Wissen-Handeln-Beziehung generiert so kontinuierlich verbessertes Wissen.
Die kanadischen Autoren des Artikels zum handlungsorientierten Wissensmanagement (“Making knowledge work: five principles for action-oriented knowledge management”) zeigen, wie und wo ein Wissenstransfer ansetzen sollte, um zu nützen. Dafür entwickeln Sie ein Modell, das man als Praktiker verstehen und nutzen kann. Grundlagen für dieses Modell sind eine Literaturanalyse zu Wissen und Handeln, sowie die Berichte einer Fokus-Gruppe von Wissensmanagern in nordamerikanischen Organisationen unterschiedlicher Branchen. Alle Teilnehmer wurden gebeten, ihre erfolgreichste und ihre erfolgloseste Wissenstransfer-Initiative vorzustellen. Mit Schlussfolgerungen, welche Faktoren die Initiative in die eine oder die andere Kategorie „beförderten“.
Das daraus folgende Modell der Autoren:
Nach Baird & Henderson definieren die Autoren den Weg Wissen zum Handeln mit den Schritten:
- fokussieren (Sie müssen eine schmerzende Stelle in Ihrer Organisation finden und sich darauf konzentrieren. … Anstatt alles für alle sein zu wollen, ist es lohnenswert, sich auf einen spezifischen Bereich zu konzentrieren, wo Ihr Wissen der Firma einen Wettbewerbsvorteil bringt.)
- erwerben (Sie sollten wissen, wie Wissen für bestimmte Handlungen benötigt/genutzt wird.)
- strukturieren (Das Wissen so aufzubereiten und zu organisieren, das es attraktiv, nützlich und zugänglich ist. Das bedeutet nicht zwangsläufig eine Datenbank, es bedeutet “nur” eine Aufbereitung, die den Nutzern entspricht.)
- ein Ziel ansteuern (Identifizieren Sie bestimmte Wissensnutzer-Gruppen, um so spezifisch wie möglich für diese Wissen anbieten zu können. Passende “Wissenspakete” zu schnüren. Detail und Überblick zu bieten für “push” & “pull.“)
Wissen aus Handeln zu destillieren, gelingt mit den Schritten
- bewerten (Wie gut konnte Ihr Wissen in Handeln überführt werden?)
- reflektieren (Legen Sie mit dem erhaltenen Feedback die Grundlage für Ihre weitere Arbeit.)
- restrukturieren (Halten Sie das Wissen aktuell und am Leben.)
Wenn Sie für das Schreiben und beim Schreiben im Auge behalten, wo & wie das von Ihnen vermittelte Wissen eingesetzt werden soll, kann Ihr Wissen dem Handeln helfen – also sein Ziel erreichen. Kontinuierliches „Nachjustieren“ macht Ihren Wissenstransfer nachhaltig und erfolgreich.
“Making knowledge work: five principles for action-oriented knowledge management” von Heather A Smith, James D McKeen and Satyendra Singh
In: Knowledge Management Research & Practice
ISSN: 1477-8238
2006, Ausgabe 4, Seiten 116–124, palgrave macmillan
Foto: Von krayker auf SXC
comments
Leave a Reply